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Lebensabend

Posted Nov 25, 22:25 in by king of the potatoe people, comments closed.

Vor mir steht eine Colaflasche voll mit geronnenem, schimmeligen Eiter. Als ich 14 war hatte ich meinen ersten Pickel. Genüsslich drückte ich ihn aus und freute mich, dass meine Pubertät anfing.
Danach kam es zu einer explosionsartigen Ausbreitung von Akne auf meinem Körper, der die nächsten 7 Jahre zur Hölle machte.
Irgendwann zwischendrin kam ich auf die Idee meinen Pickel-Eiter zu sammeln. Was zustande gekommen ist, befindet sich in der Colaflasche. Gar nicht soviel denke ich.
Daneben steht eine Colaflasche mit altem Schorf, eine große Colaflasche voll schimmeliger Rotze, ein Überraschungsei mit 4 Weisheitszähnen, eines mit Wimpern.
Ein Senfglas voll Ohrenschmalz gibt es da noch, eine Cremedose voll schrumpeliger, trockener Popel, ein Häufchen Haare und noch eine Kaffeedose mit Zeh- und Fingernägeln. Ausserdem gibt es noch eine säuerlich riechende Tupperdose mit Erbrochenem.
Das sind also die Dinge, die mein Körper in den vergangenen 15 Jahren abgesondert hat. Nicht besonders viel, nicht besonders glamourös. Es ist wahrscheinlich höchstens ein Drittel.
Während der meisten Absondersituation empfiehlt sich das Sammeln nicht besonders. Auf das Archivieren meiner Stoffwechselendprodukte habe ich vollständig verzichtet. Wo sollte man die Mengen auch unterbringen?
Obwohl es gibt eine Zippertüte mit einem Schlüpfer voll Fruchtpups. Der Geruch hat sich erstaunlich gut gehalten. Ich erinnere mich noch genau an den Tag als ich diesen konserviert habe.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits seit einigen Jahren meiner Sammelleidenschaft gefröhnt. Ich saß vor meiner Sammlung, genau wie heute. Ich war erst 17 und nach klassischer Bauerntheologie erzogen.
Ich sah auf meine Sammlung und die Vergänglichkeit allen Seins wurde mir bewusst genau wie die große Lüge der Weltreligionen offenbar. Panik machte sich in mir breit und wie zur Illustration der Bedeutung meiner vergänglichen Existenz löste sich ein fruchtiger, feuchter Furz und hüllte mein Hinterteil in wohlige Wärme, die sich binnen Minuten in kalte Feuchtigkeit verwandelte. Ich beschloss die Unterhose zu wechseln und gedachte dem Ereignis in dem ich den Schlüpfer in meine Sammlung aufnahm. Wenn ich die Tüte kurz öffne, laufen mir noch heute Wellen leichter Panik durch den Körper. Seit diesem Tag habe ich auch mein Reizdarmsyndrom, welches regelmäßiger in meinem Tagesablauf eingreift als ich mir die Zähne putze.
Ich hab das ganze Zeug vor mir gewogen. Es handelt sich um 7,1 kg, in etwa ein Zehntel meines Körpergewichts. Ich ärgere mich ein bisschen darüber, dass ich das Sammeln nicht besser protokolliert habe. Wie jedes mal, wenn ich mir das Dilemma ansehe überlege ich auch
den Teil meines Körpers symbolisch zu bestatten um meine Sterblichkeit zu feiern.
Ich entscheide mich diesmal zum ersten mal aktiv zu werden, nur etwas anders. Ich kippe die Kotze in einen größeren Eimer, gieße danach den ganzen Rest der Zutaten dazu und rühre kräftig um. Zum verbessern des Geschmacks noch etwas Salz und Ketchup dazu. Ich reiße einen Teebeutel mit der
Geschmacksrichtung “Magic Mint” auf und schüttel den Inhalt in die Pampe. Als ich den Schlüpfer hineinwerfe gibt es ein leises Zischeln und die ganze Suppe fängt an zu brodeln. Plötzlich taucht ein Schädel in dem Eimer auf, verschwindet aber wieder im Sud.
Als er wieder auftaucht ist es ein ganzer Kopf mit Schwarzem Scheitel und Hitlerbärtchen. Charlie Chaplin, Häh? Wasn hier los. “Du Arrrschloch!” schallt es mir entgegen.Es ist Hitler. Hitler schnauzt mich an und nennt mich einen Judenbengel. Er erklärt mir, das es eine ganz blöde Idee ist alte, abgenutze Sachen, die ins Grab gehören wieder aufzuwärmen und dass ich mich schonmal warm anziehen könne, wegen der Konsequenzen.
Es klopt an der Tür und Hitler verschwindet im Sud. Draußen stehe ich, etwa 30 Jahre älter und ein bisschen psychotisch dreinblickend. Ich erkläre mir, dass ich sterben müsse, weil alte Scheiße nie gut ist und ich solle ihn endlich in Ruhe lassen.
Ich sage mir, ich hätte mir nichts getan, kenne mich ja kaum und wäre besorgt um die gemeinsame Zukunft. Er holt nen Hammer hervor und schlägt auf mich ein. Ich versuche davonzurennen, stolpere aber über Hitlers Kopf, der aus dem Eimer gehopst ist und Richtung Ausgang rollte.
Ich falle und fummele kompliziert mein Schweizer Taschenmesser aus meiner Hosentasche. Mein älteres Ich stürzt sich auf mich und sein Brustkorb ist ungeschützt. Ich bin in einem Dilemma. Soll ich den 60 jährigen Ich umbringen und daher wissen, wie und wann ich sterbe, oder soll ich ihn machen lassen und ihm (uns) damit einen ruhigen Lebensabend erlauben?
Ich steche das Psycho-Arschloch ab und beschließe die nächsten 30 Jahre gut zu trainieren und evt. ein Scharfschützentraining zu machen, damit ich nicht so enden muss und mich eleganter meines Problems entledigen kann, wenn es soweit ist. Jetzt muss ich erstmal Hitler verbrennen und die alte Scheiße begraben. Es ist nie gut die Vergangenheit aufzuwärmen.

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